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89.HÖLDERLIN - FRAGMENTE

Ein Kontrapunkt

Nach längerer Unterbrechung beschäftigt sich der im Schwarzwald geborene Komponist Xaver Paul Thoma wieder mit dem Werk Friedrich Hölderlins und erarbeitet eine Trilogle. Das zweite Stück, eine Orchesterkomposition mit Tenor, wurde jetzt uraufgeführt, Grundlage sind Fragmente aus „Hyperion".
Gesanglich bleibt Thoma im Vertrauten. für Exaltation steht ein plötzliches Kippen der Stimme ins Falsett. Auch die Umsetzung von Strophenrhythmus und inhaltlicher Entwicklung orientiert sich an den bekannten Regeln der Musikdramaturgie. Das eigentliche Ereignis ist die orchestrale Umsetzung.
Hier wird von Anfang an der Bogen sehr weit gespannt. Konzentrierten Orchesterattacken mit gewaltigen Percussionsblöcken folgt unmittelbar entrücktes Irisieren der Streicher mit kaum hörbarem Nachhall in der zweiten Stimme. Werden hier mit dem einleitenden Satz „Was ist der Mensch?" Grundfragen behandelt, wird die innere Betrachtung, beginnend mit „Wie war denn ich?", mit einem balladesken Andante behandelt. Das sind die Eckpunkte, die in den Ausrufen „Schönheit!" und „O Diotima" kulminieren, letzteres bereits als nicht mehr singbarer, also gesprochener Ausruf. Gielen entlockt dem Staatsorchester äusserste Transparenz und Präzision, läßt sich Zeit mit der Entwicklung der Gedanken, gibt ihnen einen optimalen Platz im Geschehen. Hier hat auch der Tenor Wolfgang Bunten genügend Raum. trotz beachtlicher Orchester-Tutti gebührend auf sich aufmerksam zu machen. Auch er ist der Gielen'schen Intention entsprechend ein Solist, der eher sachlich und konzentriert die Musik umsetzt denn sich in ihr verliert.
Von Armin Friedl
Canstatter Zeitung, 30. März 1994

 

Masse Klang

Eine in ihrer musikalischen Umsetzung plausible Auseinandersetzung mit Texten aus „Hyperion" gelang dem 1953 geborenen und in Bad Mergentheim lebenden Komponisten Xaver Paul Thoma mit seinen vom Staatsorchester Stuttgart in Auftrag gegebenen und jetzt im Beethovensaal uraufgeführten „Hölderlin-Fragmenten" (1993) für Tenor und Orchester.
Die von Michael Gielen geleitete Aufführung des Werks erwies Thoma, der als Bratschist auch im Stuttgarter Staatsorchester schon gespielt hat, als einen Praktiker und intimen Kenner der orchestralen Gegebenheiten und Möglichkeiten. Seine Musik lebt hauptsächlich vom weiträumigen Melos des Tenorparts (makellos interpretiert von Wolfgang Bünten) und einzelner Instrumente, die zuweilen echohaft die Gesangslinie nachhallen lassen.
müg
Stuttgarter Zeitung, 30. März 1994

 

Klarheit und Sinnlichkeit

Einleitend hatten Xaver Paul Thomas Hölderlin-Fragmente ihre Uraufführung erlebt. Souverän gestaltete der junge, vielversprechende Tenor Wolfgang Bunten seinen expressiv und textbezogen notierten Part. Handwerklich gut gearbeitet, reizvoll instrumentiert, folgt das Werk ein wenig plakativ Bergs Spuren.
Dieter Kölmel
Stuttgarter Nachrichten, 30. März 1994

 

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