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Texte

Hyperion

Fragmente aus »Hyperion«

Friedrich Hölderlin

Was ist der Mensch?
Wie kommt es, daß so etwas in der Welt ist, das,
wie ein Chaos, gärt, oder modert, wie ein fauler Baum,
und nie zu einer Reife gedeiht?
Wehe, da war es eine unendliche Leere. Not und Angst und Nacht sind eure Herren.

Wie war denn ich?
War ich nicht wie ein zerrissen Saitenspiel?
Ein wenig tönt ich noch, aber es waren Todestöne.
Ich hatte mir ein düster Schwanenlied gesungen!
Einen Sterbekranz hätt ich gern mir gewunden,
aber ich hatte nur Winterblumen.

Meine Seele suchte, in der Tiefe des Wissens,
im Dunkel der Vergangenheit, im Labyrinthe der Zukunft,
in den Gräbern oder über den Sternen.
Schönheit! 0 Diotima, Diotima, himmlisches Wesen!

So lange noch eine Melodie mir tönt, so scheu ich nicht die Totenstille der Wildnis unter den Sternen;
so lange die Sonne nur scheint und Diotima, so gibt es keine Nacht für mich.

0 Seele! Seele! Schönheit der Welt.

 

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