15. Presse-Echo

Visitenkarte eines jungen Komponisten

Zuletzt erklang als Uraufführung „Die Traumtragenden" op. 12 (1975), Metamorphosen nach Oskar Kokoschka für acht Bratschen und Sopran. Verwandlungen sind es von großangelegten Spannungen und Entspannungen. Immer wieder scheinen einen Fragen anzurühren, die zu einer Aufgipfelung und Verdichtung des Satzes führen, dessen Abfall dann oft einer Ausdünnung gleich kommt. Zwiegespräch, Solo, Vereinsamung stehen in Gegensatz zu einem komplizierten Gruppen-Siedepunkt. Die Musik der letzten zwanzig Jahre hat ihre Erkenntnisse zu solchen Klanggeschehen dazugetan, doch ist der Komponist nicht mehr gehalten, klangliche Enthaltsamkeit zu üben. Er kann der Bratsche geben, was der Bratsche ist und dem Hörer, was ihn an prägnanten Merkpunkten in dem abenteuerlichen Lauf einer musikalisch-psychischen Zeit packt. Dazu verrät Xaver Thoma seine persönliche Empfindung in Kokoschkas Wort, das die Sopranistin Margarete Viklander-Böhnel souverän in einer Metamorphose von Gesang zum Wort verwirklichte. Klaus Weise als Dirigent und Xaver Thomas Bratschenkollegen von der Staatskapelle Peter Nölting, Christoph Schneider, Gotthard Böhnel, Wolfram Löffler, Hans Gideon, Paraskeva Nedialkova, Konrad Schuler und Xaver Thoma selbst blieben in äußerster Intensität auf der Spur der Dichtung und der Komposition.
Brigitte Schipke
BNN 23.5.77

 

Gebraten wie gebratscht

Erwähnt werden müssen auch Xaver Thomas'„Die Traumtragenden", eine Art Kantate für Sopran und acht Bratschen nach Kokoschka - eine halluzinatorische Gratwanderung der Sopranistin Melinda Liebermann durch opal oszillierende Klangräume.
Horst Koegler
Stuttgarter Zeitung 9.11.1982

 

Emotionale Eindringlichkeit

...Xaver Thomas' zum Teil melodramatisch angelegte Metamorphosen für acht Bratschen und Sopran nach Oskar Kokoschka, „DieTraumtragenden", zu hören waren. Thoma, (geb 1953), Komponist und Bratschist aus Karlsruhe komponierte hier eine Musik von großer emotionaler Eindringlichkeit in erweiterten Tonalität, die irgendwie ständig das Vorbild des frühen Schönberg („Verklärte l Nacht") vor Augen zu haben schien.
Helmuth Fiedler
Stuttgarter Nachrichten, 9.11.1982

 

Beunruhigende epische Klanggebilde

Interessanter noch dann die Metamorphosen nach Texten von Oskar Kokoschka „Die Traumtragenden", op. 12 von Xaver Thoma. Mit reich variierender Klangvielfalt mit allen Ton- und Ausdrucksnuancen, deren eine Bratsche fähig scheint, Legato-, Pizzikato- und Stakkatomotiven wird hier eine, phantastisch-bizarre Traumwelt aufgebaut, die jedoch nicht einlullt, sondern beunruhigt Alptraumhaft türmen sich hier die Klanggebirge, stürzen Ausführende und Zuhörer, durch die Wahl der Tempi und den Einsatz der Stimmen bewerkstelligt, von einem Extrem zum anderen, aus finstersten Tiefen in schrillste Höhen.
Da versinken die Töne in kaum noch hörbare Dunkelheit; allein ein leichtes Flirren kündigt den bevorstehenden Aufschrei an. Den Gesangspart, Carola Sonne-Bücklers - Sopran , verstärkt die extreme Dissonanz noch; den Bratschen folgend, die zu solchen Höhen fast nicht fähig erscheinen, erreicht die Stimme schneidende, zusätzliche Akzente setzende Tonspitzen.
Rhein-Zeitung, 9.7.84

 

Ganz neue Klänge

Und nicht ganz zufällig geriet ein Stück Gegenwartsmusik, „Die Traumtragenden" (Metamorphosen nach Texten von Oskar Kokoschka) zum eigentlichen Mittelpunkt des Konzerts. Thoma, von Hause aus Bratschist, schreibt eine neo-expressionistische Musik, die ganz aus der Praxis kommt uns virtuos, aber nie selbstzweckhaft, mit einem faszinierend breiten Klangspektrum spielt. Carola Sonne-Bücklers überzeugte hier in einer weitgespannt angelegten Sopran-Partie mit höchst sensibler Ausdrucksintensität.
Ulrich Bumann
Koblenz 22.12.1983

 

Bratschisten aus Weimar

Ensemble-Musik von Xaver Thoma etwa wäre eine Empfehlung für die Violagruppe großer Sinfonieorchester, die einmal ihr gestalterisches Potential zur Geltung bringen mochte. Der Komponist spielt selbst Bratsche und weiß, was man dem Alt-Instrument abverlangen kann.
Für unwirklich anmutende Tongespinste erfindet er hohle Klange, empfindliches Unisono und Einklang-Effekte. Xaver Thoma lässt sich von Poesie anregen.
Freilich wirkte die Sopranstimme in „Die Traumtragenden" — Antje Herfurth sang und sprach Oskar Kokoschkas gleichnamiges Gedicht — instrumental gedacht und man vernahm es, sehr schwierig.
(spe)
13.6.1993, Köln

 

Elegischer Kontrast

..Die Traumtragenden"(Metamorphosen nach Oskar Kokoschka. Xaver Thoma ist der Autor. der sich vor fünf Jahren ausschliesslich auf das Komponieren verlegte. Den elegischen Kontrast gestaltete das Bratschen-Ensemble mit intensiv-bebender Tongebung, die dann von der längs auf ihren ersten Einsatz warten müssende Sopranistin Antje Herturth aufgefangen wurde. "Wie dein Mund. ohne Worte zu suchen, für mich spricht", sprachen die Metamorphosen und das Konzert insgesamt für sich.
-drum-
Weimar 20.3.93

 

8 Bratschen mit bekömmlicher musikalischer Kost

Unter die leicht bekömmliche musikalische Kost war zweimal etwas wesentlich Herzhafteres, fast scharf Gepfeffertes gemischt in Form zweier Kompositionen von Xaver Thoma.
Seine Kantate „Die Traumtragenden" nach einem expressionistischen Gedicht des Maler Oskar Kokoschka, deren Sopranpartie mit gutem Gelingen Antje Herfurth sang, stellte die acht Instrumentalisten vor knifflige Aufgaben. Sie lösten sie souverän, fingen die illustrative Poesie im Stile von Schönbergs „Verklärter Nacht" ebenso angemessen ein wie die mit Avantgarde-Techniken und Verfremdungseffekten beschworene Verträumtheit einer ausführlichen Klangstudie, betitelt „In ferner Erwartung".
Wolfgang Schultze,
Berliner Morgenpost, 1.11.1993

 

Musikalischer Leckerbissen

Xaver Thoma „Die Traumtragenden"op 12 für 8 Bratschen und Sopran nach Metamorphosen von Oskar Kokoschka. Mit welcher Gefühlstiefe sprechen die acht Bratschen zu uns, welch wilde Verzweiflung gewinnt plastischen Ausdruck! Die Harmomen sind zum Teil atonal, die Stimmführung dadurch sehr schwierig. Jeder einzelne Spieler ist auf sich allein gestellt. Und inmitten dieser ausdrucksstarken Sprache der acht Bratschen setzt - ohne jegliche Vorbereitung - gewissermaßen als 9. Stimme die Sopranistin ein, absolut sicher, so selbstverständlich, so in der Stimme in das Ganze eingebunden, dass man, hat man nicht hingesehen, ihren Einsatz gar nicht gespürt hatte. Ihr Part verlangt ein selten hohes Maß an Musikalität, um sich in Halbtonabständen von den Streichern abzusetzen, ihre Klage zu gestalten.
Ekkehard Medert
FN 3. 4.1993

 

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